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Grünkohl ist ein ganz feiner Pinkel

Bei dem Wort Grünkohl fan­gen bei dem nord­deutschen Teil mein­er Fam­i­lie die Augen an zu  leucht­en: Grünkohl mit fet­ter Pinkel­wurst = Heimat­ge­füh­le, Kind­heit­serin­nerun­gen, Oma am Herd usw. In mein­er Küche hat dieses Kohlgemüse ehrlich gesagt erst sehr spät Einzug gehal­ten. Weil ich wed­er fette Met­ten­den, Pinkel noch son­stige fet­tige Schweinereien mochte.

Dabei ist der Grünkohl was Vitalstoffe angeht

mit keinem ein­heimis­chen Gemüse zu top­pen. Neben Vit­a­min C und Vit­a­min K, unglaublich viel Cal­ci­um, Kali­um und Eisen enthält dieses Super­food mehr Eiweiß wie jedes andere Gemüse in unseren Bre­it­en­graden. (Pro 100 Gramm Grünkohl kom­men immer­hin stolze 4 Gramm Eiweiß!).

Lei­der ken­nt man dieses typ­is­che Win­tergemüse in der Zubere­itung meist nur sehr tra­di­tionell in Zusam­men-hang mit fet­tem Fleisch oder Wurst, Senf und Kartof­feln. Dabei ist es dann üblich, dem Grünkohl mit ein­er Garzeit von über ein­er Stunde beizukom­men, was natür­lich den Vital­stof­fge­halt drastisch senkt. Ich finde, das muss nicht sein. Mit­tler­weile hat näm­lich der Grünkohl auch Einzug in die leichte Fit­nessküche gefun­den. Ob als fes­ter Bestandteil in Smooth­ies im Zusam­men­spiel mit Ananas oder Banane oder kurz blanchiert als Salat­beiga­be, als vital­stof­fre­iche Knab­berei in Form von Grünkohlchips usw. Pro­biert doch mal

Rote Linsen-Grünkohl-Gemüse mit Tomaten und Ingwer:

350 Gramm Grünkohl, gründlich gewaschen, von Stie­len befre­it und in feine Streifen geschnit­ten, 150 Gramm rote Lin­sen, 2 Schalot­ten, 2 Hand­voll Kirschto­mat­en, 2 Knoblauchze­hen, 1 dau­men­großes Stück Ing­w­er, 600 ml Gemüse­brühe, 2 EL Kokosöl

Schalot­ten schälen und fein wür­feln, Knoblauchze­hen schälen und pressen, Ing­w­er schälen und fein reiben, Kirschto­mat­en hal­bieren. Schalot­ten, Knoblauch, Ing­w­er und die Tomaten­hälften in Kokosöl bei mit­tlerer Hitze in einem hohen Topf andün­sten. Lin­sen dazugeben und gut anschwitzen. Den Grünkohl vor­sichtig unter­heben und mit der Hälfte der Gemüse­brühe ang­iessen. Das Gemüse bei mit­tlerer Hitze ca. 10 Minuten abgedeckt köcheln lassen, ab und zu umrühren, nach und nach die restliche Gemüse­brühe dazugeben. Weit­ere 10–15 Minuten ohne Deck­el leicht köcheln lassen. Die Lin­sen nehmen die Flüs­sigkeit gut auf, das Gemüse ist zum Ende der Garzeit nur noch leicht feucht.

Diese Grünkohlzu­bere­itung ist ein per­fek­tes Mit­tagessen. Natür­lich kannst Du es mit Fleisch oder Fisch kom­binieren, aber auch für sich alleine ist es eine aus­ge­wo­gene Mahlzeit.

Welche leck­eren Grünkohlrezepte kennst Du so?

PS: Falls Du die Bit­ter­stoffe im Grünkohl nicht so magst, kannst Du ihn auch zu Anfang 2 Minuten in kochen­dem Wass­er blanchieren. Allerd­ings dann bitte das Wass­er nicht ein­fach wegschüt­ten, denn darin find­est Du noch viele Vital­stoffe, son­dern als Gemüse­brühe weit­er ver­wen­den. 

 

 

 

Pastinake — der heimische Exote

Heute mor­gen wartete eine riesige Papiertüte vor mein­er Haustüre mit einem leck­eren Schatz darin — her­rlich frische selb­st ange­baute Pasti­naken ein­er lieben Nach­barin und Kundin von mir. Sie hat ger­ade einen Über­hang an diesem Win­tergemüse und die restliche Nach­barschaft und Bekan­ntschaft kann nicht so richtig viel mit dieser Feld­frucht anfan­gen. Also lan­dete die alte Ger­ma­nen­wurzel bei mir. Und wird auch prompt ver­ar­beit­et. Denn die Pasti­nake ist ein wahres Kraft­paket an Min­er­al­stof­fen, B und C Vit­a­mi­nen, gilt als leicht antibak­teriell auf­grund ihrer ätherischen Öle und hält den Blutzuck­er­spiegel niedriger als die gekochte und geschälte Kartof­fel. Also nichts wie einge­baut in den Ernährungs­plan!

Du weißt gar nicht so genau, wie die Pastinake aussieht?

Hier mal ein Bild von dieser “Rübe”. Sie ähnelt stark der Peter­silien­wurzel, was sicher­lich kein Zufall ist, denn unter Botanikern gilt die Pasti­nake als Kreuzung zwis­chen Karotte und Peter­silie  🙂

Sie schmeckt leicht süßlich, würzig, angenehm nus­sig und zählt zu den typ­is­chen Herb­st- und Win­tergemüsen, erhältlich also von Okto­ber bis Mitte März.

Was macht man mit der Pastinake?

Du kannst sie zur Gemüs­esuppe ver­ar­beit­en, wie Bratkartof­feln zubere­it­en, als Gemüse­beilage reichen, Gemüse-Knab­ber-Chips draus machen oder oder oder …

Mein Pasti­naken-Lieblingsrezept für 3–4 Erwach­sene:

Gebackenes Gemüse aus dem Ofen mit Kräuterquark

800 Gramm Wurzel­gemüse wie Pasti­naken, Peter­silien­wurzeln, Karot­ten, 200 Gramm Landgurken, Olivenöl, Salz, Pfef­fer, frischen Thymi­an

500 Gramm Speise­quark, Min­er­al­wass­er, Saft ein­er hal­ben Zitrone, etwas Kräuteröl, Knoblauchze­hen, klein geschnit­tene Früh­lingszwiebeln, frische Kräuter, Salz Pfef­fer

Back­ofen auf 200 Grad Ober/Unterhitze vorheizen, Wurzel­gemüse schälen und in gle­ich große Stücke schnei­den, Landgurken in dicke Scheiben schnei­den,  in ein­er Schüs­sel mit Olivenöl gut ver­mis­chen, salzen, pfef­fern und auf einem Back­blech ca. 25–30 Minuten garen. In der Zwis­chen­zeit den Quark mit etwas Min­er­al­wass­er glatt rühren, frisch gehack­te Kräuter, Früh­lingszwiebeln unter­heben, mit Salz, Pfef­fer und Zitro­nen­saft abschmeck­en.

Lasst es Euch schmeck­en!

 

 

Schwarzwurzel — der Spargel des kleinen Mannes

Obwohl die Schwarzwurzel in den Win­ter­monat­en von Okto­ber bis April abso­lut Sai­son hat, bin ich mir die Hack­en abge­laufen, bis ich sie endlich ein­mal in der Gemüseabteilung des Super­mark­tes ent­deckt habe. Anscheinend ist sie in unseren deutschen Haushal­ten ger­ade nicht sehr gefragt.  Dabei ist die Schwarzwurzel die Köni­gin unter den Nährstof­fliefer­an­ten der heimis­chen Win­tergemüse. Vielle­icht führt sie auch deshalb ein Aschen­put­tel-Dasein, weil die Bear­beitung dieses “Win­ter­spargels” etwas umständlich ist. Denn zu den wichtig­sten Uten­silien bei der Ver­ar­beitung der Schwarzwurzel neben einem Sparschäler sind nun mal Ein­weghand­schuhe. Beim vor­sichti­gen Schälen tritt ein milchähn­lich­er Saft aus, der son­st hart­näck­ig an Fin­gern und allen son­sti­gen Gegen­stän­den, die damit in Berührung kom­men, klebt. (Ich spreche da aus Erfahrung!) Das Aus­treten dieses Saftes ist übri­gens ein Zeichen der beson­deren Frische dieses typ­is­chen Win­tergemüs­es.

Inter­essiert Euch mein momen­tanes Lieblings-Schwarzwurzel-Rezept?

Schwarzwurzelsalat mit Linsen und Ananas

Also man nehme für zwei große Por­tio­nen als Hauptmahlzeit: 600 Gramm Schwarzwurzel, 200 Gramm feine Teller­lin­sen, 1 Babyananas oder 1 halbe kleine Ananas, 1 große rote Zwiebel, 2 EL Apfe­lessig oder Zitro­nen­saft, 3 EL weißen oder dun­klen Bal­sam­i­coes­sig, 4 EL Olivenöl, 1 Teelöf­fel mit­telschar­fen Senf, Salz, Pfef­fer, Schnit­t­lauch

Spüle die Lin­sen in einem Sieb unter fließend kaltem Wass­er ab und bringe sie in einem Topf mit aus­re­ichend Wass­er zum Kochen. Kurz vor Ende der Garzeit salzen, etwas abkühlen lassen und den Bal­sam­i­coes­sig unter­heben.  Bürste die Schwarzwurzeln mit ein­er Gemüse­bürste unter fließen­dem Wass­er ab und schäle die Stan­gen vor­sichtig mit einem Sparschäler. Die geschäl­ten und geputzten Wurzeln nun sofort in einen Topf mit etwas Apfe­lessig oder Zitro­nen­saft leg­en, damit sie sich nicht ver­fär­ben. Koche die Schwarzwurzeln dann in dem Essig­wass­er unter Zugabe von etwas Salz bißfest, schütte sie in ein Sieb und lasse sie eben­falls kurz abkühlen.Schneide in der Zwis­chen­zeit die Ananas in kleine Stücke, die rote Zwiebel in feine Streifen und den Schnit­t­lauch in kleine Röllchen. Ver­rühre den Senf mit dem Olivenöl, Salz, Pfef­fer und gegebe­nen­falls noch etwas Bal­sam­i­coes­sig zu einem Salat­dress­ing. Lin­sen, Ananas, Zwiebeln und Schwarzwurzeln mit dem Dress­ing ver­men­gen und gut durchziehen lassen. Mit Schnit­t­lauch gar­nieren.

Ich liebe diesen Salat, er ist eine her­rlich aus­ge­wo­gene Mit­tags-Mit­nehm-Mahlzeit und lässt sich am Vor­abend wun­der­bar vor­bere­it­en.

Pro­biert es mal aus — ich bin ges­pan­nt auf Euer Feed­back!
Übri­gens: In ein feucht­es Tuch gewick­elt bleibt die Schwarzwurzel gut 2 Wochen schön frisch in Eurem Gemüse­fach im Kühlschrank. Und nochmals übri­gens: Die Schwarzwurzel ist nicht zu top­pen, wenn es um Vital­stoffe wie Kalz­i­um und Phos­phor geht.